Mannheimer Morgen: "Schule ohne Rassismus" bekommt Auszeichnung
Staatsministerin Maria Böhmer diskutiert mit Mädchen und Jungs der neunten Klasse an der Pestalozzi-Hauptschule
Es geht nicht um den Pass oder die Herkunft: "Uns interessiert, dass wir Freunde sind", erklärt Grewan Hassan bestimmt. Der 15-Jährige besucht die Klasse 9s an der Pestalozzi-Hauptschule - eine Einrichtung, in der rund 80 Prozent der Schüler Migrationshintergrund haben, wie Rektor Lothar Blase berichtet. "Ich grenze keinen Menschen aus, egal welcher Nationalität", bekräftigt eine Schülerin der 9 s.
Die Jugendlichen fordern in der folgenden Diskussion mehr positive Beispiele für das Zusammenleben der Kulturen in den Medien. Ihre Gesprächspartnerin, die Staatsministerin für Integration Maria Böhmer, verspricht, diesen Aufruf weiterzutragen.
Rote Karte und Unterschriften
Ein solch positives Beispiel haben die Schüler der Pestalozzischule selbst gegeben: Die Klassen 6 b und c hatten zusammen mit der Lehrerin Stefanie Moser an dem Projekt "Schule ohne Rassismus" gearbeitet, gingen durch die Klassen und sammelten 400 Unterschriften gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit, wie die 13-jährigen Kanza Sabri und Mahmoud Mufid Kamal der Ministerin und Bundestagsabgeordneten (CDU) erzählen. Als Abschluss hatten sich Schüler und Kollegium im März auf dem Schulhof dem Rassismus symbolisch die "Rote Karte" gezeigt (wir berichteten). Im September soll die Schule hierfür eine Auszeichnung im Rahmen der bundesweiten Aktion "Schule ohne Rassismus - Schule mit Zivilcourage" erhalten.
Doch das Engagement soll weitergehen: Noch dieses Jahr sei ein Theaterstück gegen Rassismus geplant, berichtet Stefanie Moser. Böhmer, die im Zuge ihrer Sommertour durch ihren Wahlkreis mehrere Schulen besucht - unter anderem die Berufsbildende Schule Technik und das Carl-Bosch-Gymnasium - zeigt sich beeindruckt: "Ihr zeigt Courage. Es ist beachtlich, was hier in der Schule geschieht", lobt sie und lädt eine Gruppe von Schülern und Lehrern ein, sie bald in Berlin zu besuchen. Lob kommt indes auch von Schülerseite: "Es ist sehr schön, dass wir die Chance haben, Fragen zu stellen und unsere Meinung zu sagen", urteilt Hayet Dima, 16, über das angeregte Gespräch der Staatsministerin mit der 9 s.


